Forschungsprojekt, Werkstätten, Installation und Inszenierung zur Eröffnung der Spielzeit 2004/05 des FFT Düsseldorf |
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Gudrun Herrbold / Donald Becker Die BAYER AG verdankt ihren Aufstieg nicht zuletzt der Erfolgsgeschichte des Schmerzmittels ASPIRIN® - vor fast 6 Jahren beging man aus diesem Grund das Jubiläum "100 Jahre Aspirin". Fast zeitgleich wurde 1898 im selben Labor ein Präparat entwickelt, das einen ähnlichen Siegeszug um die Welt antrat: HEROIN®, das bis 1940 als Hustenmittel vertrieben wurde. Da BAYER es versäumt hat, in diesem Fall das Jubiläum zu feiern, holen wir dies im Rahmen von Public Playgrounds nun nach: 106 Jahre HEROIN® – ein Festakt beschäftigt sich unter anderem mit einem Teil der Firmengeschichte, der niemals offiziell wurde. Urheberintrigen, Testreihen an Werksangehörigen und aggressive Pharmastrategien liefern den Stoff für einen dokumentarischen Theaterabend. Gudrun Herrbold und Donald Becker präsentieren ihr Stück als Abschluss einer Busreise, die die Zuschauer von Düsseldorf aus in den Bayer-Kosmos Leverkusen führt. An Bord des Busses kommentiert ein Mitglied der "Coordination gegen Bayergefahren" die Verflechtungen des Konzerns mit der Stadt Leverkusen.
Gudrun Herrbold Der Workshop ist eine an das Projekt "106 Jahre Heroin- ein Festakt" angelehnte Auseinandersetzung mit der nahen Umwelt der Jugendlichen. Die Teilnehmer nehmen an der Busfahrt und Theaterperformance als Zuschauer teil. Ihre eigentliche Arbeit beginnt 3 Tage später. In dem Workshop "Hidden Places- die verborgene Geschichte Düsseldorfs" werden sich die Jugendlichen mit dem Teil der Stadtgeschichte beschäftigen, der nicht zu dem offiziellen Bild der Touristeninformation passt. Die Teilnehmer werden sich persönlich ihre Themen wählen und spannende Personen der Zeitgeschichte interviewen. Die Geschichten werden gesammelt und es wird gemeinsam an einer theatralen Strategie der Veröffentlichung gearbeitet, die mit der Videokamera begleitet wird. Am letzten Workshoptag ist eine interne Präsentation geplant.
Kaum eine Künstlergruppe beeinflusst die theatralen, öffentlichen Protestformen seit den 60er Jahren so intensiv wie das Living Theatre aus New York. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickeln sie theatrale, friedliche Formen des Protests gegen Krieg, Militarismus und Rassismus.
Dirk Szuszies / Karin Kaper RESIST! - Der preisgekrönte und auf Festivals in aller Welt eingeladene Dokumentarfilm ist eine poetische und politische Hommage an das Living Theatre. Ein Aufschrei gegen das Vergessen und den Tod- ein berührender, sensibel konstruierter Film, der beweist, daß der pazifistische Kampf des Living trotz aller Widrigkeiten nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Sei es bei Aktionen in New York nach den Anschlägen des 11. September, beim G8-Gipfel in Genua oder mit libanesischen Friedensaktivisten in Khiam, einem ehemaligen Strafgefangenenlager der israelischen Armee im Südlibanon: das Living beschäftigt sich unentwegt mit den brennenden Fragen und Problemen der Gegenwart. Am 14. Oktober findet um 19:30 Uhr der deutsche Kinostart des Films im Kino Metropol in Düsseldorf statt und wird dort bis 3.11. gezeigt. Dirk Szuszies und Karin Kaper werden mit Videofilmern aus Düsseldorf auch die Aktionen von Public Playgrounds filmisch begleiten und ihre Dokumentationen beim Abschlusssymposium am 30.10. um 16.00 h im FFT Juta präsentieren
A Day in the Live of the City - Workshops mit dem Living Theatre Erstmals gibt es in Düsseldorf die Möglichkeit,an Workshops mit dem Living Theatre teilzunehmen. 14 Mitglieder der Gruppe, darunter auch Mitbegründerin Judith Malina, erarbeiten mit den Teilnehmern in mehreren drei- bis fünftägigen Workshops Performances, die in einer gemeinsamen Aktion am 29.10. öffentlich präsentiert werden Workshop Termine
Judith Malina, Hanon Reznikov "Love and Politics" basiert auf einer Auswahl von Gedichten und Texten von Judith Malina, Hanon Reznikov und Julian Beck.
A Dream of Life and Theatre Judith Malina und Hanon Reznikov leiten seit 1985 das Living Theatre in New York. Zusammen mit dem Berliner Filmemacher Dirk Szuszies und der Berliner Soziologin Geburg Treusch-Dieter werden die Theatermacher Fragen nach der Philosophie des Living Theaters, nach der Aktualität seiner künstlerischen, gesellschaftlichen und politischen Entwürfe diskutieren.
Als Akteur der aktuellen europäischen Protestbewegung hat das VolxTheater (Wien) mit seinen provozierenden Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. 1994 in Wien gegründet, hat sich das VolxTheater 2000 nach dem Regierungswechsel in Österreich und im Zuge der Protestwelle gegen die ÖVP/FPÖ Regierung aus dem Theatersaal auf die Straße begeben. Zur Zeit befasst sich das VolxTheater vor allem mit Themen der Asyl- und Migrationspolitik. Es beteiligte sich an den Protesten gegen den Weltwirtschaftsgipfel in Genua ebenso wie es der Documenta11 in Kassel einen spontanen Besuch abstattete. 14 AktivistInnen werden Mitte Oktober in einem zum multimedialen "noborderlab" umfunktionierten Doppeldeckerbus nach Düsseldorf reisen. Das noborderlab ist ein mobiles Laboratorium für Widerstandstechnologien und virtuelle Interaktion. Neben einer generellen Präsentation ihrer mediengestützten Arbeitsweisen werden die Aktivisten mit ihrem Bus zu kleineren Exkursionen in unterschiedliche Stadtteile Düsseldorfs aufbrechen und Beispiele für ihre konkreten Eingriffsaktionen geben. Ein Workshop dient der Vorbereitung auf die Teilnahme an der Abschluß-Aktion WORLD SAVINGS DAY am 29.10.
Tagesfilialen Köbberling Elektronik 900.000 elektrische Widerstände hat die Berliner Künstlerin und Unternehmerin Folke Köbberling aus dem 2002 geschlossenen Elektronikfachgeschäft ihres Vaters geerbt. Dieses Erbe ist Kapital für die Geschäftsidee: die "Tagesfiliale Köbberling Elektronik" versucht, mit mobilen Verkaufsständen das Produkt Widerstand an die Frau und den Mann zu bringen. Lassen Sie sich in die Corporate Identity des Unternehmens einweisen und als Mitarbeiter schulen! Die Schulung dauert ca. 90 Minuten, anschließend werden die neuen Mitarbeiter die Geschäftsidee Tagesfiliale auf dem Düsseldorfer Markt einführen. Mobile Displays und Firmenkleidung werden kostenlos zur Verfügung gestellt, die Schulung erfolgt ebenfalls kostenlos. 18.10. bis 20.10., 11:00 Uhr: Schulungen und Verkaufsaktionen, FFT Kammerspiele bzw. Stadtraum Düsseldorf
bankleer sind Karin Kasböck und Christoph Leitner - ein Duo, das seit den Innenstadtaktionen 1998 in Berlin aktiv ist und dokufiktionale Filme, Videoinstallationen und Performances produziert. Ökonomische und politische Inhalte werden in ihrer Arbeit mit spielerischen Performances verschränkt. In einer performativen Lecture stellen sie ihre Arbeitsweise vor und zeigen u.a. Ausschnitte aus ihrer letzten Aktion mit Indoor-Demos und Performances aus dem Arbeitsamt Stuttgart.
KonsuMensch: KonsuMensch, eine Initiative des Jugendumweltnetzwerkes Niedersachsen, begibt sich mit konsum- und globalisierungskritischen Aktionen in Fußgängerzonen und Geschäfte. Wieso kommt mein T-Shirt aus Bangladesch und ist trotzdem billiger als eine Fahrkarte in die nächste Stadt? Was hat mein Burger mit Kleinbauern in Brasilien zu tun? Und wer bereichert sich an meinen neuen Turnschuhen? KonsumMensch gibt Antworten und zeigt Alternativen. Im Anschluss an die (ca. 1 _stündige) Führung gibt es Gelegenheit zum Feedback, Ideenaustausch sowie weitere Infos und Materialien für alle, die gern selbst eine Stadtführung durchführen möchten.
Patrick Grant Patrick Grant hat als Komponist und Performer für viele renommierte Künstler Bühnenmusiken geschaffen und im Rahmen seines Labels sTRANGEmUSIC eigene Kompositionen veröffentlicht. U.a. erbeitete er mit Robert Wilson zusammen und war in den 90er Jahren als musikalischer Leiter und Hauskomponist an Produktionen des Living Theatre in den USA und Europa beteiligt. Für den Film "Resist" von Dirk Szuszies und Karin Kaper über das Living Theatre hat er die Musik geschrieben. In der für das FFT entwickelten performance lecture "Party Music Vol. 1: Solid State Technologies" wird sich Patrick Grant mit dem Verhältnis von Musik und Politik beschäftigen, insbesondere mit dem Anspruch des Komponierens im sozialen Kontext. Mit Klangbeispielen untermalt geht das Programm von "Party Music Vol. 1: State Technologies" fast nahtlos über in eine Party mit den DJs Claude Janssen und Nikola Duric (Golden Pudel Club, Hamburg). 23.10., 20:00 Uhr: Patrick Grant: Party Music Vol. 1: Solid State Technologies, 7 € (für beides!)
Steve Ben Israel Steve Ben Israel debütierte in den späten 50er Jahren als Comedian in Greenwich Village. Von 1962 bis 1976 trat er als Mitglied des Living Theatre weltweit in vielen ihrer Stücke auf. In den späten 70er Jahren kehrte er zurück zu seinen Comedian-Wurzeln und nahm seine Solo-Performances wieder auf. Sein aktuelles Programm "Non-Violent Executions" zeigt er jetzt im FFT Juta. Im Anschluss an diese literarisch-komödiantisch-musikalische One-Man-Show wird sein Sohn Baba die Bühne mit Hip Hop-Beats übernehmen.
Baba Der New Yorker MC Baba repräsentiert mit Mind Music – so der Titel seines Debütalbums – politischen Hip Hop. Aufgewachsen in einem kreativen Umfeld, beide Eltern waren Mitglieder des Living Theatre, ist Baba nicht nur ein ausgezeichneter MC und Beatboxer, sondern zugleich auch Produzent und Aktivist, der Hip Hop als Ausdrucksform des künstlerisch-politischen Protests versteht. Baba macht nicht nur Hip Hop, sondern lebt ihn auch. Mit Hip Hop-Workshops geht er in Schulen, Gefängnisse sowie Community Center, wo er vor allem Musikproduktionen und Poetry-Programme leitet. Abseits des kommerziellen Mainstreams und immer offen für neue Projekte, jammte Baba bereits mit so unterschiedlichsten Hip Hop Acts wie Afrika Bambatta, Kool Keith, Jurassic 5 bis hin zu Outkast, Black Eyed Peas, Run DMC und Busta Rhymes.
Baba Die Teilnehmer des Hip Hop-Workshops werden die Möglichkeit haben, sich im Verfassen von Lyrics, Beatboxing, Sound und Movement zu üben. Dier Ergebnisse fließen ins BABA-Konzert am folgenden Tag ein.
Culture-Jamming Der öffentliche Raum wird mehr und mehr zum privatisierten Raum, das Stadtbild ist voll gepflastert mit Bildern und Botschaften der Werbeindustrie, derer man sich kaum noch entziehen kann. Eigene Zeichen müssen her, um sich gegen die hegemoniale Kultur zur Wehr zu setzen – genau hier greifen die subversiven Strategien, die unter den Begriff Culture Jamming subsumiert werden, an: in Formen der Aneignung, der Entwendung, der Parodie und der Verfremdung von Medienereignissen und -kampagnen. Margarita Tsomou wird in ihrem Vortrag diese Art des zivilen Ungehorsams genauer beleuchten und sich mit aktuellen Beispielen dieser künstlerischen Kritik auseinandersetzen.
attac/kulturattac-Adbusting-Workshop Im Rahmen von Public Playgorunds laden attac und kulturattac zu einem zweitägigen Adbusting-Workshop ein. Der Workshop richtet sich an GrafikerInnen und Leute, die Lust an der subversiven Verschönerung unserer bunten Werbe/Marken/Konzernwelt haben. Qualifizierte Fachkräfte und aktive Adbuster aus dem Attac-Umfeld geben Einblick in ihre Arbeitsweise und werden mit den Teilnehmern eine konkrete Aktion im Kontext von Public Playgrounds entwicklen.
Rebel:Art-Magazin Die Geschichte der Kunstrezeption ist eine Geschichte des Kunstskandals. Provokation ist ein Lebenselement der Gesellschaft, denn das Sprechen über den Skandal in der Kunst ist auch immer ein Sprechen über die Tabus einer Gesellschaft.
Dokumentarfilmreihe Eine dreiteilige Dokumentarfilmreihe, zusammengestellt von Jörn Hagenloch (Berlin), soll u.a. mit einer Auswahl aus dem Programm des Berliner Attac-Filmfests "globale03" die Perspektiven der internationalen Protestbewegungen vertiefen und erweitern. "Living Theatre – Die Bühne muss brennen, damit der Funke überspringt": Filme über das Living Theatre: "Gobal Movement Fast Forward – Das globale Netzwerk der sozialen Bewegungen": "This is what democracy looks like" (R: Jill Freidberg, Rick Rowley, USA 1999, 60 min.) "Sexy Resistance – Die Lust am Widerstand": "Was wir wollen - Mehr Kontrollen" (R: Medienflut, Zureich Medien Produktion, D 2000, 8 min.)
Symposium Während die Politik in der Mediendemokratie immer mehr theatrale Züge annimmt, jeder öffentliche Auftritt des Bundeskanzlers zur wohlkalkulierten Inszenierung gerät, entwickeln Künstler neue Strategien des künstlerischen Protests. Prof. Thomas Meyer (Universität Dortmund) spricht über "Politik als Theater" und wird der Frage nachgehen, inwieweit die Inszenierung des Protests eine adäquate Antwort auf das Theater der Politik darstellt.
WORLD SAVINGS DAY Das FFT geht auf die Straße! Als performativer Abschluss der Workshops mit dem Living Theatre wird eine Performance im öffentlichen Raum stattfinden, an denen sich auch andere Aktivisten sowie Musiker und Künstler beteiligen werden. Halten Sie Ohren und Augen offen!
Video Dokumentation Public Playgrounds Dirk Szuszies und Karin Kaper präsentieren ihre gemeinsam mit Videofilmern aus Düsseldorf erarbeitete Videodokumentation über Public Playgrounds.
Revolutionäre Maschinen und Theatermaschinen Nach zwei Wochen intensiver Workshop-Arbeit und den unterschiedlichsten Aktionen im öffentlichen Raum und auf den Bühnen des FFT zeigen Dirk Szuszies und Karin Kaper eine erste Fassung der filmischen Dokumentation (Videozeitung), die sie für "Public Playgrounds" erstellt haben. Gemeinsam mit den teilnehmenden KünstlerInnen und AktivistInnen werden zwei Beobachter der Abschlussaktionen vom Vortage zu einem abschließenden Symposium zusammen kommen: Der Wiener Philosoph und Kunst-Theoretiker Gerald Raunig wird mit seinem Einleitungsvortrag, "Von revolutionären Maschinen und Theatermaschinen", eine Vorabveröffentlichung aus seiner neuesten Publikation "Kunst und Revolution", Thesen zum Widerstandspotential von Kunst in der Gesellschaft zur Diskussion stellen: "Während Theater zusehends radikale politische Projekte in spektakelhafter Form in ihre Programme integrieren, regt sich in Feuilletons und Kunstkritik schon der reaktionäre Widerspruch gegen die angebliche Hegemonie politischer Kunstpraxen. Der Vortrag befasst sich mit Auswegen aus dieser Zwickmühle von Vereinnahmung des Politischen einerseits und Rückkehr zu einer rein hedonistischen Kunstproduktion andererseits. Er beschreibt temporäre Überlappungen und Zonen der Ununter- scheidbarkeit von Revolution und performativer Kunst. Exemplarisch interpretiert werden in diesem Zusammenhang u.a. Sergej Eisensteins postrevolutionäre Agittheaterarbeit in den frühen 1920ern, die Involvierung der Situationistischen Internationale in die Revolten der späten 1960er und jene der VolxTheaterKarawane in die Antiglobalisierungsbewegung und das noborder-netzwerk." Martin Conrads, Autor, Beobachter und Kritiker aktivistischer Kunstpraktiken aus Berlin, wird das Gespräch kommentierend begleiten und moderieren.
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In Kooperation mit kulturattac 15. - 30.10.2004 FFT Juta und FFT Kammerspiele, Düsseldorf und Leverkusen |
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gefördert durch die |
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Festival-Pass PUBLIC PLAYGROUNDS: für 50€ erhalten Sie einen Festival-Pass und damit FREIEN Eintritt zu ALLEN Veranstaltungen (außer Workshops). Teilnehmer des Living-Theatre-Workshops können diesen Festival-Pass zum Preis von €25 erwerben. Infos unter marketing@forum-freies-theater.de |
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mit freundlicher Hilfe von: |
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