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matthaei & konsorten
Songbook Oberbilk

SA

22.7.

ab 14.00 Uhr


 

AUDIO-TOUR
START: ECKE LESSINGSTRASSE/DREIECKSTRASSE
TICKETS NUR VOR ORT AN DER ABENDKASSE

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Ab dem 19. Jahrhundert war Düsseldorf-Oberbilk der Ankunftsbezirk für neu ankommende Arbeitsmigrant*innen. In seiner Geschichte hat das Quartier hinter den Bahngleisen einige Wellen erlebt, von wegschauendem Herabsinken bis zu aufgeputschter Faszination am selbstgemachten „Fremden“. Während in den letzten Jahren Medien und Auswärtige hier eine Melange aus Kriminalität und Entwicklungsbedarf entdeckten, die aus den immer gleichen Bildern angerührt wird, folgt als Gegenreaktion freundlich gemeinter Exotismus und schwappt eine Welle von Kultur- und Kunstprojekten ins Viertel. Gleichzeitig ist von Plänen für eine „Aufwertung“ des Bahnhofsviertels zu hören.

Das Projekt „SONGBOOK OBERBILK“ des Künstlers Lukas Matthaei ist der öffentliche Auftakt für eine insgesamt zweijährige Beschäftigung mit dem Viertel zwischen Tradition und Umbruch, jenseits von Klischees und schnellen Bildern. Seit Anfang des Jahres recherchiert Matthaei in dem Quartier, spricht mit Menschen, für die das Viertel eine zentrale Rolle im Alltag spielt – mit Migrant*innen aus der ersten Generation, aber auch neu angekommenen Geflüchteten, einem Imam, Geschäftsinhaber*innen, oder dem ersten Heimatverein Oberbilk. An einem trubeligen Samstag im Viertel können die Besucher*innen an Sound-Stationen persönliche Field-Recordings hören, die von lang vorbereitetem Reichtum und überraschendem Verlust, unerschütterlicher Zuversicht und der permanenten Anpassung von Grundwerten erzählt.

Unter dem Label matthaei & konsorten arbeitet der Regisseur Jörg Lukas Matthaei mit Künstler*innen unterschiedlicher Disziplinen zusammen. Seit 2000 sind an die 40 Arbeiten vielfältiger Ausrichtungen entstanden: Von Inszenierungen für die Bühne, über Installationen und Diskursproduktionen bis hin zur Entwicklung neuer Formate für urbane Landschaften. Diese bilden seit einigen Jahren einen Schwerpunkt der Arbeit, welcher fortwährend weiter entwickelt wird. Für seine Arbeiten bespielt Matthaei Orte, welche auch im Leben ihrer Akteur*innen oder Besucher*innen vorkommen. Dokumentarisches wird mit Fiktionen & Lügen gekreuzt, verschoben, verdichtet und wieder in die Realität eingespeist – ein Mosaik der ganz normalen Gegenwarten, durch die wir uns täglich bewegen. Die Produktionen weisen meist ein großes Maß an Publikumspartizipation auf.

Von & mit: Youssef Cheraa, Jörg Lukas Matthaei, Anna-Luella Zahner & vielen anderen.

Ein Projekt im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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