Interface II
Werkstatt für experimentelle Sound-Art
9. - 15.1.2012
Präsentationen:
13.1. | FFT Juta | ab 18 Uhr
14.1. | FFT Kammerspiele | ab 18 Uhr
15.1. | Eisstadion Brehmstr. | 11-19 Uhr
Der Interface-Blog
InterFaceBook
Unter dem Titel „Interface II“ findet in Kooperation mit dem Institut Fuer Musik Und Medien im Januar 2012 zum zweiten Mal die Werkstattreihe für experimentelle Sound-Art statt. Eine Woche lang besetzen fünf ausgewählte Künstler bzw. Künstlergruppen sämtliche Bühnen und Räume des FFT, um sie in ein Experimentierfeld der Klangkunst zu verwandeln. Ob live-elektronische Performances, begehbare Klang-Installationen, bespielbare und selbstspielende Objekte: „Interface“ ist ein Treffpunkt der höchst lebendigen, jungen Sound-Art-Szene. Begleitet von Christian Banasik (Komponist und Dozent für Audiovisuelles Design) und Jörg Ritzenhoff (Komponist, Autor, Performer, Sänger) werden insgesamt fünf Projektideen realisiert. Mit Präsentationen, Workshops und einer Konzert-Performance von WeisserWesten öffnet sich Interface II auch dem Publikum. Am 15.1. begibt sich schließlich New Guide to Opera für „wahnsinnig wichtig on ice – eine Kunsteisrevue“ gemeinsam mit Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürgern aufs Eis: Den ganzen Tag über dient die Kunsteisbahn im traditionsreichen Stadion an der Brehmstraße als musikalische Performance-Plattform, um auf ihr nicht weniger als das Weltgeschehen zu verhandeln.
„Interface II“ is the title of the second cooperation with the Institute für Musik und Medien, a workshop series for experimental sound art. For one week in January five selected artists and artist groups occupy every stage and room of the FFT, turning it into an experimental space for sound art. Be it live electronic performances, accessible sound installations, objects that can be played or that play themselves – “Interface” is always a meeting point of this young and vivid scene. At the end of the week Interface II is open to the audience, including workshops, presentations and a concert performance by WeisserWesten. On January 15th New Guide to the Opera goes skating on ice, together with the citizens of Düsseldorf. For one day the famous ice rink at Brehmstraße becomes the stage for “wahnsinnig wichtig on ice – eine Kunsteisrevue”, a musical performance dealing with no less than world affairs.
Interface im DeutschlandRadio
... auf WDR3 - Resonanzen
... WDR3 - Tonart
... WDR3 - Mosaik
DIE PROJEKTE
Milan Schell (Düsseldorf)
Hurdy Gurdy - Licht-Ton-Drehorgel
Milan Schell studiert Musikübertragung und audiovisuelle Gestaltung am Institut für Musik und Medien in Düsseldorf. Mit "Hurdy Gurdy" baut er einen Licht und Töne spuckenden Projektor aus präparierten Plattenspielern. Wie der genau klingt, wird sich nach einer intensiven Beschäftigung mit der Materie zeigen.
Interview Milan Schell by interface fft duesseldorf
Richard Eigner (Wien)
Denoising – Die Entlärmung des Lärms
„Denoising – Die Entlärmung des Lärms“ ist einer der ersten Versuche, Denoising-Techniken in einer musikalisch-kompositorischen Weise anzuwenden. Anstelle Noise-Reduktions-Algorithmen für ihren eigentlichen Zweck – die Restauration von beschädigten Audiosignalen – zu nutzen, werden diese auf unterschiedliche Aufnahmen und Live-Signale angewendet: z.B. auf urbane Klänge wie Züge, Straßenlärm, Schwimmbäder, öffentliche Verkehrsmittel und Ähnliches. Entsteht durch das radikale Entlärmen des Lärms am Ende sogar Musik?
Ji Hyun Park und Franziska Windisch (Köln)
ARRAY
ARRAY ist eine audiovisuelle Versuchsanordnung für ein performatives Echtzeitexperiment: In einer Raum-Matrix werden Fotosensoren platziert, die auf Lichteinwirkung reagieren. Die Sensoren sind wiederum mit Sägezahnoszillatoren verbunden. Mit Puls- und Distanzmodulationen von Lichtquellen werden die Klänge der Oszillatoren verändert und damit fragile und unvorhersehbare Klangsysteme erzeugt. Das Klangmaterial wird über ein Programm in arrays konstant eingelesen, manipuliert und in entsprechende Makro-Oszillationsbewegungen übersetzt.
Paul Hübner und Christoph Macha (Mainz)
abhören.
Hör-Spiel-Installation
Neugier hat Hochkonjunktur! Technische Überwachungssysteme dringen selbstverständlich in unseren Alltag: Das BKA hört Telefone ab, ein „Staatstrojaner“ wird enttarnt, im TV bespitzeln wir das Tun und Lassen unserer Mitmenschen. Gleichzeitig ermuntern wir Andere zum Zusehen, wenn wir mit facebook-timelines und payback-Karten unser Leben lückenlos offenbaren. Die begehbare Hör-Spiel-Installation „abhören.“ ist Beitrag zur Diskussion über den immer stärker werdenden Trieb zur Überwachung in der Gesellschaft, und ein Versuch, die Rollen zu analysieren, die der Einzelne – bewusst oder unbewusst – in diesem System der Überwachungsmechanismen spielt.
Dr. Schmitt (Düsseldorf)
A.R.I.S.C. - Analoge Räumlich Interaktive Soundcollage
Die soundgenerierende Installation aus elektronischen Schaltkreisen erzeugt in Interaktion mit den Zuschauern eine spontane Komposition. Erst die Auseinandersetzung mit der Installation ermöglicht den Betrachtern auf die räumlich interaktive Soundcollage Einfluss zu nehmen. A.R.I.S.C. ist ein Wechselspiel, das durch Bewegung, Raum und Soundgeneratoren erfahren werden kann. Eine Installation, die einlädt zu experimentieren und herauszufinden, wie mit ihr interagiert werden kann.
DIE WORKSHOPS
Tina Tonagel, Christian Faubel und Ralf Schreiber
Audio-visuelle Experimente mit dem Tageslichtprojektor
In dem Workshop werden Instrumente und Klangerzeuger entwickelt, die durch den Aufbau auf dem Tageslichtprojektor auch gleichzeitig visuelle Objekte sind. Mit Mikrofonen, Piezis und Pick-Ups gerät alles in Schwingung und wird verstärkt. Mit diesem Set wird experimentiert und eine eigene Bild- und Klangsprache erarbeitet. Kleine solarversorgte kinetische Objekte und einfache analoge Mustererzeuger können beliebig integriert werden.
FFT Juta, 10.-13.1., 11-18 Uhr
Peter Thoma
Die elektronische Kochgemeinschaft (EKG)
In fünf Tagen wird den Teilnehmern ein einfacher Einstieg in die Welt der digitalen Klangerzeugung und analogen Kochkunst gegeben. Jeder bekommt die Möglichkeit, einen einfachen Synthesizer zu backen. Hierbei werden verschiedensten Zubereitungsarten von Digitalgemüse und Klangsuppe experimentell vermittelt. Kabelsalat, köstlicher Platinenauflauf und Lötkolbendessert lassen erahnen, welche kulinarischen Schätze darauf warten, entdeckt zu werden. Am Ende wird das gemeinschaftlich angerichtete Schaltkreisgericht in einer würzigen Live-Performance kredenzt.
FFT Juta, 9.-13.1., 11-18 Uhr
Die Teilnahme an den Workshops ist kostenlos.
Anmeldung bis zum 20.12. unter: 0211-876787-12 oder rech@fft-duesseldorf.de
SPECIAL
WeisserWesten
Die Evolution haut ihre Kinder
Konzert-Performance
WeisserWesten, die Mischung aus Weisser Weste, Wilder Westen und anderen Himmelsrichtungen: Angela Fette und Phillip Schulze behaupten „die Erde ist eine Scheibe“ und untermauern diese und weitere Thesen mit einem multimedialen Gesamtkunstwerk. WeisserWesten sind zwei futuristische Wesen mit apollinischen Handicaps, die mit Licht und Sound um sich werfen – ein Turm aus Licht, Performance, Dichtung, Wahrheit, Manifesten, elektroakustischem Klang und anderen Überwältigungsstrategien.
WeisserWesten maintain that „the earth is a disc“ and back this and other theses with a multi media total work of art. Two futuristic creatures with Apollonian handicaps, throwing around light and sound – a tower of light, performance, poetry, truths, manifestos, electro-acoustic sound and other strategies for overwhelming.
FFT Juta, 13.11., 20 Uhr
New Guide to Opera
wahnsinnig wichtig on ice - eine Kunsteisrevue
Wer sich am 15. Januar auf Düsseldorfs historischer Kunsteisbahn die Schlittschuhe anschnallt, dreht seine Runden vor der eigensinnigsten Klangkulisse der Eiskunstlaufgeschichte: Den ganzen Tag über produziert das deutsch-englische Musiktheater-Netzwerk mit Mezzosopran, Heimorgel, Jukebox und mikrotonalem Blockflötenduo und fachkundigen Kommentatoren filigranes Live-Radio und deftigen Stadion-Sound. In bester Tradition der Eisrevue wird das blanke Eis zum Skizzenblatt für wahnsinnig wichtige Anliegen aus Alltag und Weltgeschehen - bis zum Auftritt der Eismaschine, die alle Spuren löscht: Tabula Rasa!
Interface wird gefördert durch die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf und die Stiftung van Meeteren. In Kooperation mit dem Institut Fuer Musik und Medien der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf.
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