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Am 4. Juli 1954 steht Deutschland im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft. Erstmals ist das deutsche Fernsehen live mit dabei. Hunderttausende drängen sich vor der überschaubaren Zahl an Bildschirmen und werden zu unmittelbaren TV-Zeugen der Ereignisse. Die deutsche Mannschaft siegt und die Nation ist im Taumel. Für das deutsche Fernsehen jedoch endet mit der Übertragung die Zeit als Medienexperiment, als Forschungslabor für das, was Fernsehen sein will, kann und sollte. Es wird zum neuen Leitmedium der Nachkriegszeit und verwirklicht Adenauers Motto: Keine Experimente!

wir sehen uns morgen wieder kehrt in die experimentelle Phase des deutschen Fernsehens zurück. Das Fernsehprogramm vom Juni 1954 wird in einer einmaligen, einmonatigen Kunstaktion auf den Juni 2009 übertragen und adaptiert. Rund 300 Mitwirkende – Künstler, Gruppen, Vereine, Journalisten, Sportler, Wissenschaftler, Geistliche, Gruppen und Vereine – beteiligen sich an diesem Reenactement und erfüllen das Sendeschema von 1954 mit neuem Leben. Den Umstand, dass zu diesen Sendungen keine Aufzeichnungen existieren, nutzen im Juni 2009 alle Beteiligten als künstlerischen Freiraum. Sie blättern durch das Fernsehprogramm vom Juni 1954, um schließlich das, was sie selbst gerne sehen möchten, in den eigenwilligsten Live-Formaten zurück auf die Bühne zu bringen. Von der Fluxus-Performance bis zur historischen Rekonstruktion ist alles möglich.

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